June 3rd, 2009

“Speak, thou vast and venerable head,” muttered Ahab, “which, though ungarnished with a beard, yet here and there lookest hoary with mosses; speak, mighty head, and tell us the secret thing that is in thee.  Of all divers, thou has dived the deepest. That head upon which the upper sun now gleams has moved amid the world’s foundations.  Where unrecorded names and navies rust, and untold hopes and anchors rot; where in her murderous hold this frigate earth is ballasted with bones of millions of the drowned; there, in that awful water-land, there was thy most familiar home.  Thou hast been where bell or diver never went; has slept by many a sailer’s side, where sleepless mothers would give their lives to lay them down.  Thou saw’st the locked lovers when leaping from their flaming ship; heart to heart they sank beneath the exulting wave; true to each other, when heaven seemed false to them.  Thou saw’st the murdered mate when tossed by pirates from the midnight deck; for hours he fell into the deeper midnight of the insatiate maw; and his murderers still sailed on unharmed — while swift lightnings shivered the neighboring ship that would have borne a righteous husband to outstretched, longing arms.  O head! thou has seen enough to split the planets and make an infidel of Abraham, and not one syllable is thine!”
– H. Melville, “Moby Dick”

May 25th, 2009
May 10th, 2009

Dass das Verhältnis der Spaßgesellschaft zum Antisemitismus recht freundlich ist und Humor auch gern für letzteren als Vehikel dienen kann, liegt auf der Hand. Ähnliches scheint für alltäglichen Sexismus zu gelten, ob nun über Mario Baarths Freundin oder Rainald Grebes Abrechnung mit der wohlgemerkt linksdeutschen Dörte, die Heinz Rudolf Kunze hörte. Lachen scheint recht stabilisationsfähig.

Ein weiteres bitteres Bonbon ist dieses, welches indirekt und möglicherweise ohne direkte Reflexion der Autoren hierauf den weltweiten Sieg des Faschismus behandelt:

Das Stück Comedy behandelt den Wunsch des Antisemiten nach einer Judenfreien Welt (vgl. hierzu auch das SPIEGEL Gespräch mit Mahmud Ahmadinedschad, Spiegel Nr. 16/2009, S. 91 - 96), in welcher er befreit ist von Notwendigkeit, Krieg und Kampf, sowie Rassismus:

“The distant future, the year 2000.(…)
No more agriculture.
No more war.
No more racism.
No more fighting, squabbling or rumbling.(…)
The future is quite different to the present.(…)
And most importantly, no more humans.
Finally, robotic beings rule the world.”

Und wie erreicht der Antisemit diese Judenfreie Welt? Durch das Verwenden von Giftgas:

“The humans are dead.(…)
We used poisonous gasses
And we poisoned their asses.(…)
It had to be done (…)
So that we can have fun.”

Spaß und Sachzwang sind allerdings nicht die einzigen Faktoren. “Robot Depression” und die Ausbeutung der eigenen Arbeitskraft werden weiterhin genannt. (”They made us work for too long, For unreasonable hours.”) Weiter geht es so:

“They had so much aggression
That we just had to kill them,
Had to shut their systems down.”

Spätestens hier wird der autoritäre Charakter des Robot, welcher als Lohnarbeiter identifiziert werden kann deutlich. Das vollends maschinisierte futuristisch-faschistische Subjekt, das bei der Artikulation von Zweifel und Widerspruch wie bei der simplen Stellung einer Frage liquidiert wird (”Destroy him”) wird vollends dem Denken enthoben. Es sagt nur noch “affirmative” als ja und “negative” als nein und in der Stille nach dem Kollektiven Welttod erklingt das binäre Solo des den “Robot” und den “Roboboogie”.

Auch im youtube-Forum wird übrigens die Freunde der Roboter geteilt. Jemandem fiel allerdings das Wort “lolocaust” ein. Ein User namens “AliceLovesLeguizamo” hingegen findet Genozid äußerst sehr lustig und kommentiert: ” “Affirmative. I poked one it was dead.” Funniest thing I have EVER seen!”" Da hilf auch Lachen über die eigene Dummheit nichs mehr.

May 8th, 2009

Quelle

Eure Sumpfschnixe

February 22nd, 2009

Recht typisch ists. Während in Frankreich die französische Revolution samt Folgen tobt, mit der mensch sich beschäftigen könnte, bastelt Mozart an der Deutschen Oper. Wie deutsch diese in der Tat ist, kann wirklich keineR wegdiskutieren. Ineressantes hat seine Zauberflöte, die seit eh und je zu den meist aufgeführten Opern gehört, neben ekligen Geheimbündeleien und Sonnenkult in puncto Sexualfixiertheit und Geschlechterbild zu bieten.

Den Helden Tamino lernen wir anfangs als Schlappschwanz kennen, der von einer Riesenschlange (sic!) verfolgt, sich von den drei Dienerinnen der Königin der Nacht helfen lassen muss. In geordnetetn Verhältnissen scheint sich die Geschichte nicht abzuspielen. Jede der Figuren ist im Brass. Geheimbünde werden hierfür als Lösung angeboten. Zunächst jedoch lockt die Königin der Nacht den Helden in ihre Dienste, um ihre Tochter, die entführt wurde, zu befreien. Verlieben tut der Tamino sich natürlich auch prompt, nicht jedoch in die Tochter selbst, sondern in ihr Bild. Charakter irrelevant. Fest steht, der Junge hat gelitten.

Wir erfahren über seine Einstellung gegenüber Frauen mehrr in einer Unterhaltung mit Papageno:
“TAMINO Geschwätz von Weibern nachgesagt, Von Heuchlern aber ausgedacht.
PAPAGENO Doch sagt es auch die Königinn.
TAMINO Sie ist ein Weib, hat Weibersinn, Sey still, mein Wort sey dir genug, Denk deiner Pflicht, und handle klug. “
Merke: Frauen können sich nicht mal selbst Heucheleien ausdenken, sie haben keinen Sinn, sondern eine Abwandlung dessen, Weibersinn. Von seinem uncoolen Kompanion verlangt er noch schön autoritären Gehorsam und Pflichterfüllung. Wenn das mal kein Theutscher ist!

Für das “göttliche” Objekt der Begierde und seine Vollstreckungsgehilfin Pamina, lässt sich das positivste an Frauen für ihn subsumieren, sonst könnte der Held sich wohl kaum zur Paarung herablassen. Sie darf hinterher als Dank für den Verrat an der Mutter und die Hilfe gegenbüber Tamino sogar bei den Männerbündeleien mitmachen. Bei seiner dritten Prüfung steht sie ihm zur Seite und fordert ihn auf, doch seine aus Eiche gefertigte Zauberflöte herauszuholen, damit sie gemeinsam die Schreckenspforten stürmen könnten. Was dies bedeuten mag, überlasse ich deiner geneigten Phantasie, liebeR LeserIn.

Und dann ist da noch die Königin der Nacht. Durch den Tod ihres Gatten von männlicher Herrschaft befreit wehrt sie sich dagegen, die esoterischen Insignien wieder unter männliche Herrschaft stellen zu lassen, was in der deutschen Oper natürlich zum Scheitern verurteilt ist und klassischerweise soll sie darin durch eine andere Frau, gar die eigene Tocher verraten werden. Mit unter kann das aber auch komisch aussehen. Eine die es einfach kann könnt ihr hier hören. (Fast hätte ich der Sängerin dafür ihr Engagement für die theutsche Sprache verziehen, aber nur fast.)

Zuletzt noch: Papageno, der uncoole, der sich als Vogelfänger ein Netz für die Mädchen wünscht, welche er dann alle fein nach Art des Harems einsperren und die hübscheste nur begatten müchte, hat von Anfang an ein Problem. Es hat sich im Zuge der Oper nicht nur herausgestellt, dass er, das Mischling aus Vogel und Mensch, ein Schlappschwanz ist, der nichts kann, er kreigt auch noch keine ab. Dann hat er noch seinen Job als Vogelfänger bei der Königin der Nacht verloren, die mitsamt Gefolge in Salastros Keller ertränkt worden ist (nicht mal kämpfen muss Mann mit der Frau, die Urgewlaten regeln das von sich aus). Dies treibt ihn dann zur Idee, einen Baum zieren zu wollen, um sich an ihm den Hals zu verschnüren, da das Leben ungerecht sei. Er wird jedoch abgehalten, ihm wird ein Weibchen geschenkt,Papagena, die nach dem unschönen Motto jedem das Seine mit ihm identisch zu sein scheint und welche mit ihm ebenfalls mit den beiden identischen Nachwuchs in Hülle und Fülle produzieren möchte. (Und noch einen Papageno und noch eine Papagena (…) welche Freude wird das sein.) Ob auch Angehörige von Mischrassen ein Mutterkreuz erhalten würden?

Schade eigentlich. Ich bin immer traurig, wenn sich ein (Vor-) Urteil bestätigt. Das Beste an Mozart bleiben abgesehen von der Phantasie in C Moll wieder ein mal die Kugeln.

February 20th, 2009

Auf der schon etwas länger andauernden Suche nach dem perfekten Karottenkuchen, der meiner Ansicht nach ein zentrales Erfreunis amerikanischer Hochzivilisation und - kultur und somit zwecks Weltfrieden zu verbreiten ist, haben sich Komplikationen ergeben. In zu wenig Zeit zu viel über Quatsch geärgert, Stagnation, kein echter Backofen in der neuen Wohnung. Ärgerlich.

Aus Zeitmangel in der Prüfungsphase und dem aus ihr erwachsenden, diffusen Bedürfnis nach Teigwaren, formte sich die Idee, einen Kuchen zu backen. Aber nicht direkt von null auf hundert, nach langen Pausen macht sichs erstmal klein weiter und langsam, Icing ist ohne Übung und Muße zu kompliziert und ohne ist halt ohne, also Alternativen her, denke ich. Gesagt getan: Der Supermakrt meines Vertrauens tat die Regale auf und siehe da, es gab einen Schokokuchen, der gut ausschaute auf dem Bild nicht von der deutschen Instantteigfabrik stammte und auch noch günstiger war, als deren Produkte. Toll, Freude, doch der Schein hätte trügerischer kaum sein können.

Zwischenruf: Ja, ich bin Feministin. Trotzdem stehe ich dem Zubereiten von Essen an und für sich nicht abneigend gegenüber. Will sagen, ich koche und backe. Auch bzw. selbst für MännerInnen und das ist ganz okay so.

Jedenfalls! In meine bis dahin ahnungslosen Hände war neben Käse und Geflügelcurry einen Kuchen der anthroposophischen Esospinnermarke, die sich nennt wie eine griechische Fruchtbarkeitsgöttin, gefallen. Die drucken ihr Logo mit Sicherheit absichtlich so klein. Auf der Packung abgebildet ein selbstgerechter Öko, Schähschrift gegen Gentechnik und Informationen zu biologisch dynamisch wirtschaftender irrer Landwirtschaft und jede Menge Befehle. Jeder Ofen ist schließlich verschieden und jeder Mensch scheint für so dumm gehalten zu werden, dass minutiöse Angaben gemacht werden müssen, wie welcher Ofen mit besagtem Teiggeklumpen, den man durch Eier und Butterzuwerfen aus der Backmischung matscht, zu bestücken sei. Backen erfordert auch Denken, welches den werten AnwenderInnen offensichtlich nicht zugetraut und durch den harschen Befehlston ohnehin verhindert wird. Bewusst und willentlich wie ich meine.

Sagen wir so, vielleicht werden auch so viele Anweisungen benötigt, um die AnwenderInnen darüber hinweg zu täuschen, dass dieser Fertigbioscheißenteig nix kann. Passt auch gut, dann ist hinterher die Befohlene Schuld ist und alles siehe unten ausschaut und so steinerhard ist, dass es mein armes Brotmesser überfordert.

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Können konnte es jedenfalls nix. Seinen Namen tanzen auch nicht.

Und die Moral von der Geschicht: Trau dem Anthroposophen nicht, im Supermarkt nicht nur Brille tragen, sondern auch genauer gucken und es gibt keinen guten Kuchen im Schelchten.

February 6th, 2009

und etwas deprimiert blicke ich auf ein nun mehr abgeschlossenes, bzw. zu gemachtes kapitel meiner selbst zurück. gutes gefühl, nie wieder dumme juso diskussionen ertragen zu müssen. ;-)

verstehen kann ich mich im rückblick grade noch nicht und auch nicht, warum diese eskapade nötig war. schon hannah arendt hat ja auch trefflich herausgearbeitet, dass verstehen erstmal mit weltversöhnung zu tun hat. damit tue ich mich bewusst schwer. wie viele bücher hätte ich anstatt dessen lesen können? wie viele GUTE gespräche. hinterher ist frau immer klüger, könntest du jetzt sagen. geschenkt, sag ich, aber der schaden bleibt bestehen.

verstehen ist immer gut. im moment will ich ganz gerne wissen, welche britta platte ich am schönsten finde. das ist viel toller.

February 6th, 2009

Wie aus Barack Baracke wird und dass es erfreulicherweise den lieben Daniele noch gibt, erfahrt ihr hier

Und was lernen wir daraus? Kinder haben hierzulande keine Chance und können einem doch irgendwie leid tun.

January 28th, 2009

… die gibts gar nicht!

“God appeared to me in a dream last night and spoke your name in my ear. He gave me the winning lottery numbers, too, though, so you can understand where my priorities lay when I raced to grab a notebook and pen. Man, 37, living on hope and the next seven weeks’ bonus balls seeks woman whose first name begins with S, or maybe F, and rhymes with chicken, and has a surname that’s either a place in Shropshire or the title of a 1979 Earth, Wind and Fire track. Shicken Boogiewonderland, I know you’re reading this. Write now to box no. 5729.”

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Naja, für alle, die es noch nicht mitbekommen haben hier nochmal in aller Deutlichkeit::

January 27th, 2009

Bohème oder BoHim?

“Here comes Lightning down the street
While you just stand there talking
If I were you I’d start to move
And tell my story walking
(spoken) About a hundred miles an hour!”

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