Recht typisch ists. Während in Frankreich die französische Revolution samt Folgen tobt, mit der mensch sich beschäftigen könnte, bastelt Mozart an der Deutschen Oper. Wie deutsch diese in der Tat ist, kann wirklich keineR wegdiskutieren. Ineressantes hat seine Zauberflöte, die seit eh und je zu den meist aufgeführten Opern gehört, neben ekligen Geheimbündeleien und Sonnenkult in puncto Sexualfixiertheit und Geschlechterbild zu bieten.
Den Helden Tamino lernen wir anfangs als Schlappschwanz kennen, der von einer Riesenschlange (sic!) verfolgt, sich von den drei Dienerinnen der Königin der Nacht helfen lassen muss. In geordnetetn Verhältnissen scheint sich die Geschichte nicht abzuspielen. Jede der Figuren ist im Brass. Geheimbünde werden hierfür als Lösung angeboten. Zunächst jedoch lockt die Königin der Nacht den Helden in ihre Dienste, um ihre Tochter, die entführt wurde, zu befreien. Verlieben tut der Tamino sich natürlich auch prompt, nicht jedoch in die Tochter selbst, sondern in ihr Bild. Charakter irrelevant. Fest steht, der Junge hat gelitten.
Wir erfahren über seine Einstellung gegenüber Frauen mehrr in einer Unterhaltung mit Papageno:
“TAMINO Geschwätz von Weibern nachgesagt, Von Heuchlern aber ausgedacht.
PAPAGENO Doch sagt es auch die Königinn.
TAMINO Sie ist ein Weib, hat Weibersinn, Sey still, mein Wort sey dir genug, Denk deiner Pflicht, und handle klug. “
Merke: Frauen können sich nicht mal selbst Heucheleien ausdenken, sie haben keinen Sinn, sondern eine Abwandlung dessen, Weibersinn. Von seinem uncoolen Kompanion verlangt er noch schön autoritären Gehorsam und Pflichterfüllung. Wenn das mal kein Theutscher ist!
Für das “göttliche” Objekt der Begierde und seine Vollstreckungsgehilfin Pamina, lässt sich das positivste an Frauen für ihn subsumieren, sonst könnte der Held sich wohl kaum zur Paarung herablassen. Sie darf hinterher als Dank für den Verrat an der Mutter und die Hilfe gegenbüber Tamino sogar bei den Männerbündeleien mitmachen. Bei seiner dritten Prüfung steht sie ihm zur Seite und fordert ihn auf, doch seine aus Eiche gefertigte Zauberflöte herauszuholen, damit sie gemeinsam die Schreckenspforten stürmen könnten. Was dies bedeuten mag, überlasse ich deiner geneigten Phantasie, liebeR LeserIn.
Und dann ist da noch die Königin der Nacht. Durch den Tod ihres Gatten von männlicher Herrschaft befreit wehrt sie sich dagegen, die esoterischen Insignien wieder unter männliche Herrschaft stellen zu lassen, was in der deutschen Oper natürlich zum Scheitern verurteilt ist und klassischerweise soll sie darin durch eine andere Frau, gar die eigene Tocher verraten werden. Mit unter kann das aber auch komisch aussehen. Eine die es einfach kann könnt ihr hier hören. (Fast hätte ich der Sängerin dafür ihr Engagement für die theutsche Sprache verziehen, aber nur fast.)
Zuletzt noch: Papageno, der uncoole, der sich als Vogelfänger ein Netz für die Mädchen wünscht, welche er dann alle fein nach Art des Harems einsperren und die hübscheste nur begatten müchte, hat von Anfang an ein Problem. Es hat sich im Zuge der Oper nicht nur herausgestellt, dass er, das Mischling aus Vogel und Mensch, ein Schlappschwanz ist, der nichts kann, er kreigt auch noch keine ab. Dann hat er noch seinen Job als Vogelfänger bei der Königin der Nacht verloren, die mitsamt Gefolge in Salastros Keller ertränkt worden ist (nicht mal kämpfen muss Mann mit der Frau, die Urgewlaten regeln das von sich aus). Dies treibt ihn dann zur Idee, einen Baum zieren zu wollen, um sich an ihm den Hals zu verschnüren, da das Leben ungerecht sei. Er wird jedoch abgehalten, ihm wird ein Weibchen geschenkt,Papagena, die nach dem unschönen Motto jedem das Seine mit ihm identisch zu sein scheint und welche mit ihm ebenfalls mit den beiden identischen Nachwuchs in Hülle und Fülle produzieren möchte. (Und noch einen Papageno und noch eine Papagena (…) welche Freude wird das sein.) Ob auch Angehörige von Mischrassen ein Mutterkreuz erhalten würden?
Schade eigentlich. Ich bin immer traurig, wenn sich ein (Vor-) Urteil bestätigt. Das Beste an Mozart bleiben abgesehen von der Phantasie in C Moll wieder ein mal die Kugeln.










